Herr und Hund

„Wunderliche Seele! So nah befreundet und doch so fremd…“

Die Geschichte beginnt in der schönen Jahreszeit und mit dem „Tirili der Vögel“: Mai und Juni waren für Thomas Mann alljährlich besondere Monate, nicht nur, weil er am 6. Juni Geburtstag hatte. Auch Bauschan, der Hund des Schriftstellers, liebte diese Jahreszeit für seine heiteren, immer erfolglosen Jagden auf den Wiesen der Isar. 1918 verfasste Thomas Mann „Herr und Hund“ und nannte es „Ein Idyll“.

Es ist Schuberts Unvollendete, die hier anklingt: Es geht um Grenzbereiche und Übergänge, um Mensch und Kreatur, um die gespannte, aufmerksame Ruhe und um die wilde Jagd. In ihr ist Bauschan ganz bei sich. Nie wird sein Herr ihn völlig verstehen können, aber lieben muß er ihn.

Zwei Veranstaltungen. Beide Teile sind für sich verständlich.

Herr und Hund
Der Herr ruft seinen Hund mit einem Pfiff von zwei Tönen, Grundton und tiefere Quart – so, „wie die Melodie des zweiten Satzes von Schuberts unvollendeter Sinfonie beginnt, – ein Signal, das etwa als Vertonung eines zweisilbigen Rufnamens gelten kann“.

Thomas Mann hat sich hier vertan: Er hat nicht die „Melodie des zweiten Satzes“  gemeint, sondern das zweite Thema des ersten Satzes: „Bau-schan!“

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